Neue Erkenntnisse

Wenn man einen neuen Meridian entdeckt hat und publiziert, so wird dies zunächst wohl Erstaunen auslösen, denn es ist über 1.750 Jahre her, dass zum letzten Mal in einem grundlegenden Werk „neue“ Akupunkturpunkte und Meridiane veröffentlicht wurden. Damit meine ich das Werk „Systematische Klassifizierung der Akupunktur-Moxibustions-Therapie“ (Zhen jiu Jiayi-jing) von Huangfu Mi (215 – 282), das im Jahr 256 unserer Zeitrechnung erschienen ist. Darin waren zum ersten Mal die außerordentlichen Gefäße bzw. deren Punkte aufgeführt. Ich erwähne dies, da der neue Energiemeridian am besten auch als
ein außerordentliches Gefäß bezeichnet werden kann.




Abb. 1: Die klassischen sieben Chakrenpunkte der indischen
Medizin mit ihren Resonanzlokalisationen am Ohr. Der Punkt für das vierte Chakra ist deutlicher auf der Ohrrückseite.










 Zur Vorgeschichte

Frau Dr. Beate Strittmatter brachte mich auf die Idee, dass die klassischen indischen Energiepunkte („Chakren“), die ja bekanntermaßen auch in der traditionellen Akupunktur Entsprechungen haben (z.B. die Punkte Yintang und LG 20) in ihren Lokalisationen auch im Rahmen der Ohrakupunktur sowohl diagnostisch als auch therapeutisch interessant sein könnten.
Ich übertrug daher mit dem Doppellaser die klassischen
Chakrenpunkte des KG und LG auf das Ohr (Abb. 1) und auf den Handrücken (Abb. 2). Mit den üblichen diagnostischen Methoden (Punktsuchgerät oder Nogierreflex) können diese Energiepunkte, falls sie wegen energetischer Schwäche behandlungsbedürftig sind, aufgefunden und mit herkömmlichen Akupunkturnadeln behandelt werden.

 


Abb. 2: Die entsprechenden sieben Chakrenpunkte mit
ihren Resonanzlokalisationen am Handrücken. Der Punkt für das dritte Chakra ist deutlicher auf der Handinnenseite (En = Energiepunkt).











Diese außergewöhnliche Punktreihe an der Hand erhielt dann eine Ergänzung mit einem Extrapunkt, den wir heute durchaus als Kardinalpunkt für diesen Energiemeridian ansehen können. Dieser Punkt wurde von mir als Meisterpunkt der Qi-Bewegung benannt und 2004 veröffentlicht [1] (Punktlokalisation 1 Cun
distal der dorsalen Handgelenksfalte).
Eine offensichtliche Verlängerung dieser Reihe distal ergab sich aus früheren eigenen Forschungen zu Carcinom-Hinweispunkten am Mittelfinger [2]   (Abb. 3).
Schließlich führten die Untersuchungen an energiearmen

Patienten der letzten Jahre zu Hinweisen auf Punkte unter-schiedlicher Abwehrschwäche. Distal des ersten Chakrapunktes wurde der Hinweispunkt auf Übersäuerung gefunden und proximal kamen nach dem Meisterpunkt des Qi noch zwei Punkte für unterschiedliche energetische Schwächen dazu, jetzt als En 8 und En 9 benannt (En = Punkt des Energiemeridians). Diese zwei Energiepunkte finden wir häufiger bei älteren Patienten.
Es folgt proximal an der dorsalen Handgelenksfalte der Punkt En 10, ein Energiepunkt, der in seiner Resonanz eine eigenartige Verbindung zur Eigenschwingung des wiederholten „Goldenen Schnitts“ aufweist. Zwei noch weiter proximal liegende Punkte, die Punkte En 11 und 12, bilden das Schlusslicht auf der dominanten Seite des Patienten. Sie haben gewisse Resonanz auf  Abwehrschwäche gegen Pocken (En 11) und Pest (En 12) und gelten als vergleichbare Punkte zu den Erbnosoden der Homöopathie (Abb. 4)

 


Abb. 3: Frühere Forschungen aus dem Jahre 2002 und
2004 hatten bereits in der Mittellinie des Mittelfingers
und des dritten Metacarpale zu wichtigen Punkten geführt,
die weitere Untersuchungen zu den ebenfalls in dieser Mittellinie liegenden Energie-/ Chakrenpunkten nach sich zogen.










Der Wechsel des Energiemeridians auf die nichtdominante Seite

Eigenartigerweise sind alle vorbesprochenen Punkte im Falle der Behandlungsbedürftigkeit Goldpunkte auf der dominanten Seite und alle folgenden Punkte von En 13 bis En 16 sind wohl zum Ausgleich auf der nicht dominanten Seite in Gold zu stechen.
Der neue Energiemeridian hat in seinem Punkt En 13 (2 Cun = 3 Querfinger proximal der dorsalen Handgelenksfalte, Abb. 5) Resonanz zu einem sehr altbewährten Punkt, dem 3E 5, der als Kardinalpunkt der Körperakupunktur für „Reserveenergien“ (Yangweimai) zuständig ist. Aus dem Bereich der Ohrakupunktur wissen wir, dass der Punkt als sogenannter Thymuspunkt eine antiallergische Wirkung und einen übergeordneten Effekt gegen Störherde hat. Damit passt er sehr gut in die Reihe der energetisch wertvollen Punkte.
Der nächste Punkt En 14 (4 Cun proximal der dorsalen
Handgelenksfalte) überspringt die folgenden Punkte des 3-Erwärmer-Meridians und fällt zusammen mit dem Punkt 3E 8 mit dem Namen Sanyangluo „Luo der 3 Yang“. Damit ist seine Funktion bereits beschrieben, denn es ist ein Gruppen-Luo-Punkt der drei Yangmerididane des Armes und hat damit auch in der klassischen Akupunktur eine übergeordnete energetische Wirkung. Im Vergleich zur Ohrakupunktur hat der Punkt grossen Einfluss auf die gesamte Omega-Linie nach Nogier und kann daher als Punkt „Über-Omega“ bezeichnet werden.

 
 

Abb. 4: Die Punkte am Mittelfinger werden bewusst mit
-1En, -2En und der weitere Carcinom-Hinweispunkt an
der Mittelfingerspitze mit -3 En bezeichnet, damit sie auf
keinen Fall mit En 1 , En 2 und En 3 auf dem Handrücken
verwechselt werden können. Wie die Abb. 4 zeigt,
liegen alle Chakrenpunkte En 1 bis En 7 wie eine Perlenreihe
zwischen den Punkten En 0 und En-Qi. Nach den
Punkten En 8 und 9 folgen an der dorsalen Handgelenksfalte
der Punkt En 10 sowie die Punkte En 11 und 12 als Schlusspunkte
auf der dominanten Seite des Patienten.




Es folgt der Punkt En 15, den wir auch als 3E 8-1 benennen können. Er liegt leicht radial des 3-Erwärmer-Meridians ein knappes Cun
(ca. 9 Fen) proximal vom Punkt En 14. Der Punkt ist insofern bemerkenswert, als er auf grundlegende Schwächen hinweist – daher
wird er in Anlehnung an die Homöopathie Hahnemanns als Konstitutionspunkt bezeichnet.
Einen Querfinger weiter proximal (ca. 7 Fen) befindet sich der Punkt des Meridians En 16, der auch als 3E 8-2 bezeichnet werden
kann. Er ist radial noch etwas weiter vom Verlauf des 3-Erwärmer-Meridians entfernt. Wegen seiner Bedeutung nennen wir ihn „Punkt
des inneren geistigen Kerns“ und behandeln ihn, wenn Patienten seelisch verletzlich, angreifbar und ohne starke innere Sicherheit sind.
Als Fazit kann gesagt werden, dass dieser neue Energiemeridian einen sehr interessanten „Wendepunkt“ hat, den ph-Hinweispunkt En 0. Proximal davon, quasi auf der „positiven“ Seite, sind eine ganze Reihe von Energiepunkten mit zum Teil aufeinander
aufbauendem energetischen Wert („Chakren“). Andere bringen dem Organismus Schutzenergie und haben somit
schwächeausgleichenden Charakter. Auf der anderen „negativen“ Seite distal des ph-Indikatorpunktes En 0 liegen die Hinweispunkte
für Carcinomvorstufen (-1En) und Informationspunkte für die Notwendigkeit weiterer schulmedizinisch notwendiger
Carcinomdiagnostik (-2En und -3En).
Neue Forschungen haben hoch interessante diagnostische Frequenzen für die einzelnen Punkte dieses Meridians erbracht sowie therapeutische Unterstützungsmöglichkeiten durch verschiedene Blütenessenzen.





Abb. 5: Auf der nicht dominanten Seite sind die Punkte En 13 bis En 16 (Endpunkt) zu stimulieren. Insgesamt liegen
also auf dem Energiemeridian 20 Meridianpunkte und ein Extrapunkt, der Meisterpunkt der Qi-Bewegung (En-Qi). Die
Punktreihung begann ursprünglich als Resonanz auf Chakrenpunkte  (Abb. 2), entwickelt sich aber im Laufe der Forschungen
zu einem echten eigenen Sondermeridian.